Pfarrbrief

2. Pfarrbrief 2022

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Liebe Leserinnen und Leser!

Nach einer Pause von zwei Jahren konnten wir uns in den vergangenen Wochen wieder fast wie früher begegnen. Zuerst beim Pfarrbaumfest, dann gut drei Wochen später bei der Feier von Fronleichnam mit dem anschließenden Pfarrverbandsfest und schließlich auch in großer Runde beim Johannifeuer und zur Waldmesse im Forstenrieder Park. Ich hatte den Eindruck, dass sich alle auf diese Begegnungen freuten. Wir konnten liebe Menschen wieder ungezwungen treffen, zusammenstehen, miteinander ratschen und vieles andere für einen Moment hinter uns lassen.

Ob die bevorstehenden Ferienund Urlaubstage uns weitere Gelegenheiten bieten werden, einander bewusst zu begegnen? Auf welche Begegnung freue ich mich? Da sind liebe Freunde und Verwandte, die ich lange nicht gesehen habe. Da gibt es sicherlich für jede und jeden einen Ort, der schon länger als Ziel ersehnt wird. Sei es ein Berg, ein See, eine Stadt, ein Theater oder ein Museum. Die Vorfreude darauf mag so wichtig sein, wie das Nachkosten, wenn ich wieder in den Alltag zurückkehren werde.
Wir brauchen diese Pausen, um uns zu erholen, um neue Kraft zu schöpfen, und um den Herausforderungen gewachsen zu sein, denen wir uns nach wie vor stellen müssen. Der offensichtliche Klimawandel mit seinen verheerenden Folgen auch bei uns, der brutale Krieg gegen die Ukraine, die steigenden Lebenshaltungskosten, die Fragen um die Energieversorgung im kommenden Winter, und auch das weiterhin virulente CoronaVirus lassen uns nicht zur Ruhe kommen.

Auch kirchlich gesehen habe ich nicht den Eindruck, dass wir in ein ruhigeres Fahrwasser kommen werden. Die Statistik des vergangenen Jahres und die Prognosen für die Zukunft haben meines Erachtens eine gemeinsame Botschaft: Ein Weitersowiebisher gibt es nicht. In meinem Beitrag der letzten Ausgabe des Pfarrbriefes griff ich das Wort von der „Zeitenwende“ auf. Sie ist auch in der Kirche von Deutschland angekommen. Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen und sich ohnmächtig dagegenstemmen: das Bisherige verschwindet und geht unter. Was kommen wird, ist noch nicht klar erkennbar. Zwischen den Staaten der Welt, den verschiedenen Gesellschaftsschichten und Gruppierungen, sowie den Generationen in unserem Land, will das Miteinander neugestaltet werden. Der gleiche Vorgang steht auch der Gemeinschaft der Glaubenden bevor. Warum verlassen so viele Menschen ihre Heimat und wandern aus? – Weil die politisch Verantwortlichen nicht in der Lage sind, ihnen die Rahmenbedingungen für eine bessere Zukunft zu geben.

Warum traten 2021 in Deutschland so viele Getaufte aus der Kirche aus? Weil … (Versuchen Sie den Satz zu ergänzen)
In dem Moment, in dem die Institution schwächer wird, entsteht ein Freiraum, der wieder von Menschen besetzt werden kann, die sich aus freiem Entschluss engagieren und begegnen. Bei unseren Veranstaltungen und Festen sorgt ein kompetentes Team von ehrenamtlichen Mitarbeitenden für den Rahmen, in dem sich ganz unterschiedliche Menschen aus unseren Gemeinden begegnen können. Als Kirchenstiftungen stellen wir die Räume zur Verfügung, in denen diese Begegnungen stattfinden können. Zu diesen Räumen gehören auch die zweisehr unterschiedlichen Kirchen in unserem Pfarrverband. Ich sehe es als eine große Aufgabe und Herausforderung an, die Zusammenkünfte in diesen Räumen so zu gestalten, dass auch dort Begegnung geschieht. Zunächst zwischen den Menschen, die dort feiern. Das gemeinsame Feiern schafft und stärkt die gegenseitige Verbundenheit, schenkt Zuversicht und öffnet den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Es geht aber auch um die Begegnung mit dem Gott, der uns jeden Tag Leben schenkt, der uns in Jesus ganz nahegekommen ist, der uns durch die Gabe seines Geistes in einer schwierigen Zeit führt.

Der letzte Pfarrbrief hatte als Thema „Das Kreuz mit der Kirche“. Für diesen Pfarrbrief wählte sich das Redaktionsteam das Thema „Frauen in unserer Gemeinde“. Stellvertretend für die sehr große Zahl von engagierten Frauen in unserer Gemeinde schrieben vier der hauptamtlich Angestellten etwas über ihren Dienst im Pfarrverband.
An dieser Stelle möchte ich allen Frauen ein großes und herzliches Dankeschön für ihren Beitrag zum Gemeindeleben aussprechen. Ich bin mir sehr bewusst, wie viele kleine und große Räder sie drehen und so das Leben von uns allen beseelen und bereichern.

Mit dem gesamten Seelsorgeteam wünschen wir Ihnen in den kommenden Urlaubs- und Ferientagen bereichernde Begegnungen, erholsame Momente und ermutigende Hoffnungszeichen.
Bleiben Sie gesund!

Ihr
P. Klaus und P. Stephen