Pfarrbrief

3. Pfarrbrief 2022

Zum Download des Pfarrbriefs bitte auf den Titel klicken.

Liebe Leserinnen und Leser!

Sie halten die dritte Ausgabe unseres Pfarrbriefs für 2022 in Händen.

Während die erste Ausgabe im März/April das Thema „Das Kreuz mit der Kirche“ in den Blick nahm, standen in der Sommerausgabe vor allem Personen im Vordergrund: unsere Mitarbeiterinnen im Pfarrverband und die Mitglieder des für die nächsten 4 Jahre neugewählten Pfarrgemeinderates.

Seit dem 1. Oktober gehört zu unserem Seelsorgeteam auch Volker Nickel. Wir heißen ihn recht herzlich in unserer Mitte willkommen. Er stellt sich selbst in einem kurzen Steckbrief vor.

Für diese Ausgabe haben wir uns im Redaktionsteam mit Luise Schmitt, Angelika Brettner und Sophie Hugendubel für das Thema „Stille“ entschieden. Die Anregung kam aus der Erfahrung, dass uns Menschen Momente oder gar Tage der Stille guttun können. Deshalb haben wir einige Personen aus der Leserschaft gebeten, einen kurzen Beitrag dazu zu schreiben. An dieser Stelle sei ihnen dafür herzlich gedankt.

Das Sprechen, Singen und Musizieren gehören zu unserem Leben. Wir betreiben diese Weisen der Kommunikation entweder aktiv, indem wir sie tun oder passiv, indem wir zuhören.

Unterbrochen werden diese Aktivitäten durch Pausen, wenn weder das eine noch das andere an unser Ohr dringt. Es ist das, was wir „Stille“ nennen. Auf die körperlichen Aktivitäten bezogen, sprechen wir von „zur Ruhe kommen“ oder „Schweigen“. Für unseren Körper ist es lebenswichtig, dass er von Zeit zu Zeit zur Ruhe kommen kann, um sich zu regenerieren.

Genauso wichtig scheint es mir für unsere Psyche zu sein, dass wir in einen Raum der Stille eintauchen können. Dies ermöglicht uns, dass die vielen Eindrücke, die täglich auf uns einstürmen, verarbeitet und verdaut werden können. Dieser Sachverhalt ist urmenschliches Erfahrungswissen und gehört nicht von ungefähr zum festen Bestandteil aller Religionen. Vor der industriellen Revolution war es für die Menschen selbstverständlich, dass im Winter die Arbeit draußen ruhte und es viel Zeit gab, um Körper und Geist zu erholen. Heute geben uns nicht mehr die Natur, sondern die Arbeitsverhältnisse und der allgemeine Lebensrhythmus, in dem wir alles zu jeder Zeit machen können, den Rahmen vor. Wir müssen in uns selbst Räume und Zeiten der Stille sichern.

Wann gönnen Sie sich eine Auszeit, einen Moment der Stille während des Tages? Wo finden Sie einen Ort, wo Sie still und ruhig werden können innerlich und äußerlich?

Die bevorstehende Adventsund Weihnachtszeit ist schon seit langem nicht mehr die „Stade Zeit“. Nicht unrecht hat Karl Valentin, wenn er mit seiner scharfen Beobachtungsgabe zu dem Schluss kommt: „Wenn die stade Zeit vorüber ist, dann wird‘s auch wieder ruhiger.“ Alljährlich geraten wir in einen Strudel der Geschäftigkeit, der uns meist erst im Februar nach den Faschingsferien wieder in ruhigeres Wasser freilässt. Von daher mögen Advent und Weihnachten als stille Zeiten nicht geeignet sein. Da um diese Zeit jedoch häufig die große Planung für das kommende Jahr geschieht, mag es sinnvoll sein, für das neue Jahr auch eine Auszeit, Tage der Stille und Ruhe einzuplanen. Eine gute Einübung für diese Tage mögen Momente der Stille sein, die wir uns nehmen. Dazu bedarf es eines festen Entschlusses, eines geeigneten Ortes und Zeitpunkts, und der Bereitschaft, all das beiseitezulassen, was als nächstes erledigt werden muss. Da es sich um eine Übung handelt, darf ich mich nicht wundern, wenn es mir beim ersten Mal nicht so gelingt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

In unserem Pfarrverband sind nicht nur bestimmte Ecken des Forstenrieder Parks, sondern auch unsere in ihrem Charakter ganz unterschiedlichen Kirchen Heilig Kreuz und St. Karl Borromäus geeignete Orte, an denen wir in die Stille eintauchen können. Dass Sie den Schatz der Stille und des Gebetes für sich neuoder wiederentdecken, wünschen wir Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten. Die Evangelien berichten, dass Jesus sich von Zeit zu Zeit in die Stille eines Berges zurückgezogen hat, um zu beten.

Wir selber werden Sie und Ihre Lieben mithineinnehmen in unser Gebet, wenn wir an Weihnachten die Geburt Jesu feiern.

Im Namen des gesamten Seelsorgeteams wünschen wir Ihnen und uns für das Jahr 2023 Gesundheit, Frieden und eine hoffnungsvolle Zuversicht, die uns die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen positiv annehmen lässt.

Ihr
P. Klaus und P. Stephen sowie V. Nickel