Pfarrbrief

1. Pfarrbrief 2021

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Liebe Leserinnen und Leser,

Advent und Weihnachten sind längst vergessen. Mancher wird sich auch nicht mehr daran erinnern wollen, weil alles so ganz anders war, als wir es gewohnt waren. Dennoch möchte ich an dieser Stelle nochmals allen danken, die durch ihren Einsatz, ihr technisches Knowhow und ihre Kreativität für klein und groß eindrückliche Momente in, vor und neben unseren beiden Kirchen ermöglicht haben.
Ich verzichte bewusst auf eine namentliche Nennung, denn es waren viele, die sich engagiert haben. Allen ein herzliches Dankeschön! Es bleibt die Hoffnung, dass es in diesem Jahr wieder anders sein wird.
Die kleine Laterne, die P. Stephen und ich überreicht und vor manche Haustür gestellt haben, war das mindeste, was wir den ehrenamtlichen HelferInnen als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit überreichen konnten. Denn an Gottesdienste mit allen Ehrenamtlichen und den dazugehörigen Neujahrsempfang und das Mitarbeiterfest war in diesem Jahr nicht zu denken. Wir teilen die Hoffnung, dass es im kommenden Jahr wieder anders sein wird.
Von den Geburtstagen, die im vergangenen Jahr nicht gebührend gefeiert werden konnten, möchte ich nur zwei erwähnen: Pfr. Gerbl wurde im Juli 85 Jahre alt. Die Gottesdienste mit ihm am Mittwoch sind gerade in diesem schwierigen Jahr für viele zu einer Quelle der Hoffnung geworden.
Im Januar vollendete Pfr. Reischle das neunte Lebensjahrzehnt. Auch wenn er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hat, weil die körperlichen Kräfte nachließen, so lag und liegt ihm doch der regelmäßige Kontakt mit der Gemeinde sehr am Herzen. Für ihn ist immer ein Platz reserviert.
In wenigen Tagen jährt sich nun der Beginn des ersten Lockdown, der fast über Nacht das pfarrliche Leben zum Stillstand brachte. Keine öffentlichen Gottesdienste in der Karwoche und keine öffentliche Feier der Osternacht waren die Folge. Wir hoffen, dass es in diesem Jahr – wenn auch mit Einschränkungen – anders sein wird.
Und damit möchte ich unseren Blick in die Zukunft richten. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch die jetzige Situation nicht ewig dauern wird. Die Impulse zur Fastenzeit, die in beiden Kirchen und im Pfarrheim Heilig Kreuz zu finden sind, insbesondere der Fastenweg in St. Karl Borromäus, machen deutlich, dass durch die gegenwärtige Situation neue Ideen verwirklicht werden. Die Erfahrung von Einschränkungen und Distanz soll ja nicht das letzte Wort haben. Diese Initiativen sind Zeichen der Hoffnung, die uns wie kleine Lichter auf dem Weg in die Zukunft begleiten.
Die Tugend der Hoffnung wurzelt in dem Vertrauen, dass das Gute über das Böse siegen wird, dass das Schwache stark werden kann, dass das, was krank ist, gesunden kann, dass nicht der Tod, sondern das Leben siegen wird.
Den tiefsten Grund unserer Hoffnung feiern wir an Ostern: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung feiern wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
Jesus hat für uns gelebt, hat sein Leben für uns hingegeben. Er wurde nicht vom Tod festgehalten, sondern ist auferstanden. Deshalb haben wir die Hoffnung, dass wir sowohl sein Leben und Sterben als auch seine Auferstehung teilen werden. Er bietet es uns an, lädt uns dazu ein.
Auf der Osterkerze werden in diesem Jahr die Farben des Regenbogens, ein Anker und das Kreuz zu sehen sein. Sie sind Symbole der Zuversicht und Hoffnung, die uns daran erinnern wollen, dass Gottes Versprechen an Noah auch uns gilt: Der Bogen in den Wolken will uns an Gottes Bund mit seiner ganzen Schöpfung erinnern. Diese Schöpfung ist uns anvertraut. Es gibt Hinweise, dass sich die Pandemie positiv auf das Klima ausgewirkt hat. Ob es eine Langzeitwirkung geben wird, hängt auch davon ab, ob wir die auferlegten Beschränkungen in vielen Lebensbereichen zukünftig auch freiwillig fortsetzen. Der Anker lässt uns fragen: Was gibt uns Halt im Leben, wenn dieses Leben durch Krisen, Viren und Enttäuschungen bedroht wird? Das vergangene Jahr hat die Zerbrechlichkeit und Schwäche unseres Lebens, die Armseligkeit vieler Institutionen, nicht zuletzt auch der Kirche, vor Augen geführt. Worauf können wir uns noch verlassen, wem vertrauen? Was ist wahr und welche Informationen wurden absichtlich manipuliert? Der Anker ist ein Symbol für unsere Sehnsucht nach Gewissheit und Sicherheit. Im Anker enthalten ist das Kreuz. Es kann wie ein Pluszeichen über unserem Leben stehen. Was immer uns den Lebensmut rauben möchte, negative Wirkung hat, verliert seine Kraft, wird durchkreuzt.
Durch Jesu Tod am Kreuz ist aus dem Todespfahl ein Lebensbaum geworden. Dort wo es Leben gibt, da gibt es Hoffnung.
So wünschen wir Ihnen auch im Namen aller MitarbeiterInnen im Team, dass wir hoffnungsvoll der Überwindung der Pandemie entgegengehen, dass wir geduldig, zuversichtlich und rücksichtsvoll bleiben, dass wir ein frohes und gesegnetes Osterfest erleben können.

Herzlichst Ihre Seelsorger
P. Stephen und P. Klaus