Pfarrbrief

3. Pfarrbrief 2021

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Liebe Leserinnen und Leser,

Schon sind die Sommermonate ins Land gezogen und die kalte Jahreszeit hat Einzug gehalten.
Aus einem Gedicht von Ludwig Uhland zum Martinsfest, das wir vor wenigen Tagen gefeiert haben, stammt der folgende Vers:
„Der Herbststurm braust durch Wald und Feld,
die Blätter fallen nieder
und von dem dunklen Himmelszelt
sehn schwarz die Wolken nieder.“
Es gibt die Stimmung wieder, die uns in dieser Zeit umgibt. Die Tage werden kürzer und selbst bei Tag ist es nicht so hell. Nebelschwaden hängen in den Tälern und die Natur scheint sich eine Atempause zu gönnen.
Geht es uns nicht ähnlich? Wie sehr sehnen wir uns nach einer Atempause, gerade auch von der Covid19 Pandemie. Zu Beginn der Pandemie kam für manche eine Entschleunigung gar nicht ungelegen. Was für die einen eine Entlastung bedeutete, war für die anderen ein Mehr an Belastung. Ich denke dabei nicht nur an die Kombination von HomeOffice und HomeSchooling.
Auch die sonst üblichen Veranstaltungen in der Pfarrei konnten nicht. oder nur unter Auflagen stattfinden. Uns allen fehlt bis heute die übliche „Normalität“ unseres Alltags und Lebens in den Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten, an den Arbeitsplätzen und nicht zuletzt auch im Pfarrverband.
In diesem Sommer war nun manches wieder möglich. Ich denke z. B. an den Gesang während des Gottesdienstes oder die Waldmesse im Forstenrieder Park.
Der vorliegende Pfarrbrief möchte uns auf die bevorstehende Adventsund Weihnachtszeit einstimmen. Während ich diese Zeilen schreibe, wird das Fragezeichen immer größer, das über den kommenden
Wochen schwebt. Ungewissheit, Angst, Lähmung, Frustration, Ratlosigkeit und Dünnhäutigkeit sind allenthalben spürbar. Dabei sollte der Advent eine Zeit froher und freudiger Erwartung sein.

Im englischsprachigen Messbuch stand bis vor wenigen Jahren im Gebetseinschub nach dem Vaterunser „…as we wait in joyful hope for the coming of our Saviour Jesus Christ“. In froher Hoffnung, in freudiger Erwartung, gehen wir dem kommenden Christus entgegen.
Dabei klingen sowohl die adventliche Erwartung auf Weihnachten als auch die endzeitliche Ankunft des Messias am Ende der Zeit, seine Wiederkunft, an. Im deutschen Text ist von „Zuversicht“ die Rede.
Gibt es angesichts der Naturkatastrophen des vergangenen Jahres, angesichts der Klimakrise und der steigenden Inflation, der Überlastung auf den Intensivstationen und der nach wie vor hartnäckigen
Verweigerung mancher Zeitgenossen, vernünftig und angemessen auf die Pandemie zu reagieren, Gründe, die uns in diesen Tagen zuversichtlich in die kommenden Wochen und Monate blicken lassen? Es fällt schwer. Und auch ein Vergleich mit früheren Generationen, die wohl ungleich größere Herausforderungen zu bewältigen hatten, scheint wenig hilfreich zu sein.
Dennoch können wir uns fragen, wie Generationen vor uns mit solchen Situationen umgegangen sind. Eine Anregung dazu kann das Kapitel 35 im Buch des Propheten Jesaja sein. Dort ist von einer Verheißung die Rede, die den Menschen gilt, die große Not erleiden:
1 Jubeln werden die Wüste und das trockene Land,
jauchzen wird die Steppe / und blühen wie die Lilie.
2 Sie wird prächtig blühen /
und sie wird jauchzen, ja jauchzen und frohlocken…
Sie werden die Herrlichkeit des HERRN sehen, /
die Pracht unseres Gottes.
3 Stärkt die schlaffen Hände /
und festigt die wankenden Knie!
4 Sagt den Verzagten: /
Seid stark, fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott! / …
Er selbst kommt und wird euch retten.

Möge uns daher in diesem Advent und in der weihnachtlichen Festzeit die Zuversicht und Gewissheit geschenkt werden, dass uns Gottes aktive Hilfe zuteilwird: durch die Arbeit und Mühe von Wissenschaftlern und Politikern, durch den Einsatz von Pflegekräften und Angehörigen, durch die Rücksichtnahme und Solidarität aller in der Gesellschaft.
Denn so wie die Sonne den Nebel und die Dunkelheit vertreibt, so bringt Jesus dort sein Licht, sein Heil und seine Barmherzigkeit in unser Leben, wo wir ihn in freudiger Erwartung empfangen. Dann können wir auch dem neuen Jahr 2022 in der gläubigen Überzeugung entgegengehen, dass Gottes Schutz und Segen uns begleiten wird.
Dies wünschen Ihnen stellvertretend für das gesamte Team der haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Pfarrverband

P. Klaus und P. Stephen